FORSCHUNGSINSTITUTE, STUDIEN UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN IN DER ANTHROPOSOPHIE
Anthroposophische Medizin in Wissenschaft und Forschung
Wissenschaft und Forschung sind integrale Bestandteile anthroposophischer Medizin. Allerdings beschränkt diese sich nicht allein auf naturwissenschaftliche Methoden und Kriterien, sondern geht - wie auch bei der Therapie - darüber hinaus. Anthroposophische Medizinforschung zielt vor allem darauf ab, den Menschen als ganzes zu erfassen und nicht nur einzelne körperliche Reaktionen. Es ist die ureigenste Aufgabe der anthroposophischen Medizin, die willkürliche Aufsplitterung der Medizin in zahllose Untergruppen, die jeweils ihre eigene Sprache und Begrifflichkeit haben, zu überwinden.
Es geht darum, einen fachübergreifenden Blick auf den Menschen zu gewinnen, in den anthroposophische Erkenntnisse so einfliessen, dass sie für alle anderen nachvollziehbar und verständlich sind. Denn das Anliegen der anthroposophischen Medizin ist die Begegnung von Mensch zu Mensch.
Auch geht es darum, die Wirklichkeit im Praxisalltag abzubilden. Das schliesst das individuelle Arzt-Patienten-Verhältnis ebenso ein wie die therapeutische Überzeugung des Arztes und die aktive Mitarbeit des Patienten beim Gesundwerden. Aus diesem Grundverständnis leitet sich ab, dass anthroposophische Arzneimittel nicht im Sinne eines mechanistischen Konzepts bestimmte Stoffe im Körper ersetzen oder überschiessende Vorgänge unterdrücken. Vielmehr zielen sie darauf ab, aus dem Gleichgewicht geratene Prozesse so zu beeinflussen, dass sie wieder harmonisch ablaufen.
In diesem Sinne bildet die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation das Fundament der anthroposophischen Medizin. Selbstregulation bedeutet, körperliche und seelische Ungleichgewichte ausgleichen, Krisen überwinden, jede Lebenssituation aus eigener Kraft positiv wenden zu können. Die inneren und äusseren Möglichkeiten dafür sind bei jedem Menschen verschieden ausgebildet. Deshalb lässt sich die Fähigkeit zur Selbstregulation nicht allgemein voraussetzen und auch nicht verallgemeinern. Sie zeigt sich in individuell unterschiedlichen Schwächen und Stärken sowie im nicht einheitlichen Ansprechen auf allgemein gültige Therapiemassnahmen. Was für den einen gut ist, kann für den anderen nachteilig sein. So will und muss anthroposophische Forschung neben dem Typischen und Allgemeinen die Individualität in der Methodik berücksichtigen.
Für allgemeine Informationen kann die von der Medizinischen Sektion herausgegebene Infobroschüre "Anthroposophische Medizin in Wissenschaft und Forschung" als PDF-Datei geladen werden PDF-Download.
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