Anthroposophische Psychotherapie

Für die Psychotherapie und Psychiatrie vermittelt die Anthroposophie eine ganz neue Grundlage. Sie zeigt auf, dass es das übersinnliche Menschenwesen selber ist, das – wenn auch unbewusst – den Leib aufbaut, sich dann im Laufe der Entwicklung vom Leib emanzipiert und dadurch bewusst im rein seelischen Erleben als Person erkennt  und im Zuge fortschreitender  Charakterbildung sich selbst und die Umwelt geistig autonom gestalten lernt.

Die anthroposophisch fundierte Psychiatrie geht auf Dr. med. Friedrich Husemann zurück, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Schüler Rudolf Steiners seit 1910. Husemann gründete die ersten anthroposophisch-psychiatrischen Sanatorien, 1925 Riedberg und 1930 die Friedrich-Husemann-Klinik in Wiesneck. Die psychiatrischen Hochschultagungen am Goetheanum, wie auch seine grundlegenden Arbeiten zur Psychiatrie - in den nächstfolgenden Dezennien erweitert von Rudolf Treichler und Werner Priever - gelten international als grundlegend im Hinblick auf Konstitutionelle Pathogenese, organ-psychiatrische Krankheitsbilder, Schwellenproblematik, Wesensglieder-Diagnostik, Entwicklungs- und Lebenslauf-Störungen und Antroposophische Arneitherapie, künstlerische Therapiekonzepte  und Krankenmeditationen.

Die Arbeits- und Forschungstätigkeiten der ersten Initiativgruppen für Psychotherapie in Deutschland und in den Niederlanden haben ab 1975 die Voraussetzungen  geschaffen für die Entwicklung einer spezifisch anthroposophischen Psychotherapie.

Informationen zur Ausbildungssituation finden Sie jeweils links nach Ländern geordnet.

Algemeine Weiterbildungen

Internationale Hochschulkonferenz
Aktiv beteiligt an der psychotherapeutischen Hochschul-Forschungsarbeit sind auch England, Brasilien, Israel. Darüber hinaus hat während der letzten Jahre eine – noch nicht im jeweiligen Land organisierte – Gruppe von Fachleuten aus den ehemaligen Staaten der UdSSR und Rußland ihr Interesse bezeugt.
E-mail: mljdejong@instantemail.t-mobile.nl  

Hochschulkonferenz an der Filderklinik
Hochschulkonferenz an der Filderklinik zu Kinder- und Jugend-Psychopathologie und –Somatik im Erwachsenen Alter. Abt. Innere Medizin 2010
„Mißbrauch und Gewalt in der Kindheit und ihre Folgen für die Ich-Entwicklung“
innere@filderklinik.de
 
Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion am Goetheanum
Ein internationales und interdisziplinäres Forum ist die Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion, an der sich unterschiedliche Forschungsgruppen zum Thema einer anthroposophisch fundierten Psychotherapie und Diagnostik betätigen. Die Koordinatoren Ad Dekkers und Henriette Dekkers-Appel sind dazu berufen, die internationale Berufsgruppe zu einem Jahresthema einzuladen. Das Verhältnis zwischen Psychiatrie, Psychotherapie, Biographiearbeit, Councelling, Psychiatrie und Psychotherapie Während die psychiatrische Behandlung grundlegend – der Reihe nach – auf Medikationen, Wesensglieder-Heilungsverfahren, Übungen und anthroposophischer Psychotherapie basiert, steht in der psychotherapeutischen Praxis die prozessuale Entwicklung auf der Basis der Wesens- glieder-Diagnostik und psychotherapeutischen Behandlung des 3- und 4-gliedrigen Menschen in seinen Lebenslauf-Störungen und –Traumatisierungen im Vordergrund.
Ad Dekkers und Henriette Dekkers-Appel
E-mail: dekkers.appel@planet.nl

Zur Geschichte der Anthroposophischen Psychotherapie

Die anthroposophisch fundierte Psychiatrie geht auf Dr. med. Friedrich Husemann zurück, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Schüler Rudolf Steiners seit 1910. Husemann gründete die ersten anthroposophisch-psychiatrischen Sanatorien, 1925 Riedberg und 1930 die Friedrich-Husemann- Klinik in Wiesneck. Die psychiatrischen Hochschultagungen am Goetheanum, wie auch seine grundlegenden Arbeiten zur Psychiatrie - in den nächstfolgenden Dezennien erweitert von Rudolf Treichler und Werner Priever - gelten international als maßgeblich. Konstitutionelle Pathogenese, organ-psychiatrische Krankheitsbilder, Schwellenproblematik, Wesensglieder-Diagnostik, Entwicklungs- und Lebenslauf-Störungen und anthroposophische Medikationen sind in deren Arbeiten grundlegend dargestellt. Die Arbeits- und Forschungstätigkeiten der ersten Initiativgruppen in Deutschland und in den Niederlanden haben ab 1975 die erste Grundlagen geschaffen für die Entwicklung einer anthroposophischen Psychotherapie. Grundlagenforschung und Erforschung des sich in der Zeit fortlaufend ändernden Erscheinungsbildes der Psychopathologie stehen weiterhin im Vordergrund der Arbeit der Berufsgruppe.
1973: Prof. Dr.med. B.C.J. Lievegoed † initiierte eine Arbeitsgruppe für Psychiatrie und Psychothe- rapie in den Niederlanden und führte 1978 eine erste dreijährige Post Doc-Fortbildung durch, gipfelnd in seinem Buch „Der Mensch an der Schwelle“. 1979: Dr. med. Paul von der Heide (Filderklinik, Deutschland) gründete das Institut für anthro- posophisch orientierte Psychotherapie gemeinsam mit Dr. med. Werner Priever †,
Dr. med. Käthe Weizsäcker †, Dr. med. Hertha Lauer. Andere maßgebliche Fachgenossen schlossen sich an, u.a. Dr. med. Dieter Beck †, Dr. med. Hugo Solms † (Schweiz).
 
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Arbeit allen Initiativgruppen grundlegend konzentriert auf:

• Geistige Schulungswege der psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten respektive Psychiater
• Psychiatrisch-medizinische Heilmittel – Findung und Therapien
• Pastoral-medizinische, konstitutionelle, organpsychiatrische, und karmische Gesichtspunkte zur psychiatrischen Diagnostik und Problematik
• Praktisch-menschenkundliche Entwicklung schulmedizinisch-psychotherapeutischer Diagnostik, Behandlung und Prognostik anhand gemeinsamer Erforschung klinischer Falldarstellungen
• Forschungen zu Formen und Wegen anthroposophisch-psychotherapeutischen Diagnostik, Heilverfahren und Gesprächs-Systematik.

Forschung

Die Grundlagenforschung und -erforschung dient auch den sich in der Zeit fortlaufend än- dernden Erscheinungsbildern der Psychopathologie und hat das Ziel, Leitlinien der Post Doc- Fortbildung gemeinsam auf den aktuellen Stand geisteswissenschaftlicher wie auch schulmedizinischer Erkenntnisse zu bringen. Gegenstand der Forschung sind zum Beipiel: die Steigerung der Psychopathologie seit dem 2. Weltkrieg, sowohl qualitativ wie auch quantitativ, die Zunahme von Identitätsproblemen (den Persönlichkeitsstörungen, namentlich den Borderline-Störungen), eine quantitative wie auch qualitative Zunahme von Schwellen-Phänomenen, eine quantitative Zunahme der hetero- und auto-aggressiven Problematik und der Erscheinungsformen der Angst- Aggression-Depressions-Komorbidität sowie die unumgängliche Problematik der Drogensucht. Überdies sei noch erwähnt: die Veränderung der menschlichen Konstitution, mitsamt der wach- senden Problematik im Kindergarten- und Schulalter des kleinen Kindes (u.a. Aufmerksamkeits- Defizite, Hyperaktivität, Lernstörungen, Autistiforme Problematik, Pervasive Developmental Disorders).
 

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