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Anthroposophische Medizin – Ethik

Die Achtung der Menschenwürde des Patienten ist Ausgangs- und Zielpunkt der Anthroposophischen Medizin. Der Patient steht also im Zentrum. In Diagnostik und Therapie werden seine indiviuelle Konstitution, Lebensalter, biographische Situation, die seelisch-geistige Befindlichkeit und das familiäre und gesellschaftliche Umfeld einbezogen.

Ethik und Selbstverständnis – Anthroposophische Medizin

Die therapeutischen Grundsätze orientieren sich dabei an der direkten oder auch indirekten Unterstützung der Heilungskräfte des Patienten: Die Anthroposophische Medizin berücksichtigt die erforderlichen pathogenetisch orientierten Interventionen und stellt ihnen salutogenetisch orientierte Therapien (Arzneitherapie, Äußere Anwendungen, Kunsttherapie, Eurythmietherapie, Pyschotherapie) zur Seite. Therapeutische Maßnahmen orientieren sich an dem anthroposophischen Krankheitsverständnis, aus dem sich der Therapiebedarf für den Patienten und seine individuelle Ausgestaltung ergeben. Die Therapie folgt typologischen Aspekten (z.B. Misteltherapie bei der Krebserkrankung) und deren Individualisierung für den Patienten. Sie eine für den Patienten und seine Lebenssituation und Wertevorstellungen passende Therapie. Insofern stellt sich die Frage nicht nur nach der Wirksamkeit, sondern nach dem „Guten“ für den Patienten. 

Zur Ethik der Anthroposophischen Medizin gehört die professionelle, aber auch die ethische Entwicklung. Dieser dient der meditative Erkenntnisweg der Anthroposophie und der Anthroposophischen Medizin.

Die Forschung in der Anthroposophischen Medizin nutzt alle etablierten wissenschaftlichen Forschungsmethoden. Besonderes Gewicht haben  Einzelfall-Dokumentationsverfahren Kiene: Cognition-based Medicine sowie die outcome-orientierte Versorgungsforschung EvaMed Projekt. Darüber hinaus entwickelt und verfolgt die Anthroposophische Medizin eigenständige Forschungsmethoden (Goetheanismus, geisteswissenschaftliche Forschung) und beteiligt sich am philosophisch-anthropologischen Diskurs zur Frage des Menschenbildes in der Medizin. Ethisch liegt der Anthroposophischen Medizin ein Menschenbild zugrunde, das die geistige, unsterbliche Individualität des Menschen anerkennt – auch in einem kranken und behinderten Körper. Zu dieser umfassenden Konzeption gehört auch der Gedanke der Wiederverkörperung und das Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen. Aufgrund dieses evolutionären Ansatzes kommen in Therapie und Prävention Persönlichkeitsentwicklung und Meditation eine zentrale Stellung zu. Um den Präventionsgedanken zu fördern, haben sich in vielen Ländern Patientenverbände gebildet, die sich für die Verbreitung gesundheitsfördernder Maßnahmen auf geistiger, seelischer und physischer Ebene.